Sylvie Tschumakoff: Antlitzdiagnostik

Antlitzdiagnostik, Antlitzdiagnose

Eigentlich ist es gar nichts Neues: wir schauen jemandem ins Gesicht und erkennen “Du siehst aber gar nicht gut aus” oder “man sieht, dass es Dir wieder besser geht”. Aber wie geht das? Wir sehen jemanden zum ersten Mal und finden gleich “die sieht aber nett aus” oder “mit dem ist aber nicht gut Kirschen essen”. Woran erkennen wir das?

Natürlich ist klar: manchmal irren wir uns dabei auch. Aber es gibt genügend Treffer um zu erkennen, dass es prinzipiell möglich ist, den Gesundheits- und manchmal auch den Seelenzustand aus dem Gesicht abzulesen.

Um das wirklich gut zu können, braucht man erstens ein gewisses Gespür dafür. Und zweitens muss man wissen, worauf zu achten ist. Dieses Wissen gewinnt man mit viel Erfahrung – und dadurch, dass man sich die Erfahrung anderer zu eigen macht.

Grundlage dafür ist, dass andere dieses Zusammenhänge bereits intensiv erforscht und systematisiert haben. Dieses Gebiet nennt man Physiognomik, da man Erkenntnisse aus der Physiognomie gewinnt. Im Deutschen hat sich dafür der Begriff Antlitzdiagnostik bzw. Antlitzdiagnose eingebürgert.

Mit unserem Antlitz, unserem Gesicht, zeigen wir mehr als mit jedem anderen Teil unseres Körpers nach außen, wer wir sind. Der Glanz in unseren Augen, die nach oben oder unten gekehrten Mundwinkel, die eingeschriebenen Falten und viele andere Zeichen verraten, wie es uns geht, wie wir leben, wer wir sind. Alles ist eingeschrieben in unser Antlitz.

Keine zwei Gesichter sind absolut gleich, noch nicht einmal die von Zwillingen. Sogar beim gleichen Menschen unterscheidet sich die linke von der rechten Gesichtshälfte. Die Antlitzdiagnostik lehrt uns, genauer hinzuschauen. So stimmen leuchtende Augen und ein lächelnder Mund überein, wogegen die Aussage "es geht mir gut" durch einen verkniffenen Mund und nach unten gezogene Mundwinkel in Frage gestellt wird.

Die Pathophysiognomie bzw. Pathophysiognomik

Dieser Zweig befaßt sich mit den Krankheitszeichen, die im Gesicht ablesbar sind. Diese sind natürlich für den Therapeuten besonders interessant, da sie ihm wertvolle erste Hinweise geben können. So können andere Diagnoserichtungen zielgerichteter eingesetzt werden.

Ich nutze die Pathophysiognomik gerne auch in der täglichen Praxis – auch wenn dies naturgemäß diejenige Diagnose ist, die der Patient am wenigsten bemerkt. Daneben unterrichte ich sie regelmäßig als Sonderseminar im Rahmen unserer naturopath Heilpraktikerschule. Konkrete Terminankündigungen finden sich jeweils dort.

Die Psychophysiognomie bzw. Psychophysiognomik

Hier beschäftigt man sich eher mit den unveränderlichen Eigenschaften des Gesichtes, z.B. mit dessen Proportionen. Dabei wird etwa die Aufteilung in Unter-, Mittel- und Obergesicht mit der Dreiteilung in Körper, Geist und Seele in Verbindung gebracht. Es gibt die drei Grundnaturelle der Bewegung, Ernährung und Empfindung mit vielen Verfeinerungen. Und darüber hinaus gibt es viele Einzelzeichen, z.B. für unterschiedliche Begabungen oder für andere Stärken und Schwächen des Menschen.


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